| Angespielt: Pirates of the Caribbean |
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Pirates of the Caribbean ist das wohl beste Piratenspiel aller Zeiten. Es ist der legitime Nachfolger des Genreklassikers Sea Dogs und wurde im Zuge des unerwartet erfolgreichen Disney Films unter neuem Namen vermarktet. Eigentlich sollte es wohl Sea Dogs 2 heißen. Pirates of the Caribbean zählt zu meinen ultimativen Lieblingsspielen und ist in mancher Hinsicht bis heute unerreicht. Obwohl das Spiel im Jahre 2003 herauskam, wirkt es auch nach all den Jahren noch kein bisschen angestaubt. Ganz im Gegenteil. Ich hole es in regelmäßigen Abständen aus dem Regal und steche in See. Was gibt es Feineres, als an Bord eines Schiffes zu stehen, Kanonen zu kommandieren und Schiffe zu versenken (bzw. entern)? Da fühlt man sich noch einmal wie ein kleiner Junge.
Im Dschungel zwischen Oxbay und Greenford gibt es eine Höhle, wo man – so man es denn weiß – eines der besten Schwerter im Spiel finden kann. Dazu muss man nur ein paar untote Skelette meucheln. Man kann sich in Häuser schleichen, wo sich immer mal wieder „herrenloser“ Schmuck findet, zocken, streiten und in der Kneipe mit trunkenen Raufbolden bechern. Und all das sind nur Nebenelemente. Eigentlich geht es darum, sich durch Handel, Missionen und/oder Piraterie die Karriereleiter hochzuarbeiten, um am Ende den Fluch zu brechen und die Black Pearl zu versenken. Ooops, hätte ich jetzt spoiler alert sagen sollen? *****
Man beginnt mit einem kleinen Schiff, kaum Erfahrung und wenig Moos in der Hose. Das erste Ziel ist, genügend Geld zu verdienen, um an ein größeres Schiff zu kommen und nebenbei natürlich den eigenen „Charakter“ zu entwickeln. Es gibt Erfahrungspunkte und Level. Wann immer man aufsteigt, kann man seine Fähigkeiten (Skills) ausbauen. Außerdem gibt es sogenannte „Abilities“. Unter den Skills gibt es Führungsqualität (Leadership), Nahkampf (melee combat) und Abwehr (defence) aber auch Reparaturen (repair), Handel (commerce) und Glück (luck). Je nachdem, welchem Karrierepfad man folgt, konzentriert man sich auf den Bereich aktiv kämpfen, Handel und Schadensminimierung oder auch Glück (wichtig beim Schmuggeln). Jeder Pfad hat seinen eigenen Reiz, beim ersten Durchgang würde ich mich allerdings nicht auf die pazifistischen Werte stürzen. Und ich sage euch auch warum:
Fechten ist in vielen Situationen ein Vabanquespiel und es wird auch nicht besser, wenn man bis auf Level 10 geskillt hat. Ich kriege selbst dann immer noch regelmäßig auf die Mütze. Das konnte Sea Dogs besser. Wo Pirates of the Caribbean dagegen glänzt ist der Segelmodus. Man kann sich also an Deck seines Schiffes stellen und dem Sonnenuntergang entgegen aus dem Hafen segeln. Das ist einfach großartig. Die Seeschlachten sind episch. Gerade am Anfang ist es besser, von Hand zu schießen. Man steht also im Pulverdampf auf Deck, nimmt Maß und kanoniert. Das einzige, was ich dort vermisse ist die Crew, und vielleicht etwas mehr Soundkulisse. Was ist ein Pirat ohne ein gelegentliches Yaaarrrrrrgh? Wenn man es später mit mehreren und schwereren Gegner zu tun hat, ist man mit der Vogelperspektive besser bedient, man muss sich halt auch aus dem Schussbereich der anderen Schiffe navigieren und kann auf die Art auch auf mehrere Gegner gleichzeitig schießen, der ultimative Spaß ist allerdings, selbst Hand anzulegen.
Gerade bei den Seeschlachten ist die Lernkurve ziemlich steil und Fehler sind teuer. Hier als ein kleiner Tipp. Die meisten Gegner verwenden möglichst schwere Geschütze die auf Schadensmaximierung getrimmt sind. Denen mangelt es aber an Reichweite. Wenn man stattdessen auf ein wendiges, schnelles Schiff setzt und auf Reichweite, versenkt man Schiffe zwar nicht so schnell, dafür aber aus der sicheren Distanz. Man muss etwas geduldig sein aber, mit der Methode kann man auch deutlich stärkere Gegner zur Strecke bringen. Fürs Punktekonto ist das gut. Wenn man einen überlegenen Gegner besiegt, kriegt man deutlich mehr Punkte als wenn man selbst ein schweres Schlachtschiff segelt und auf den Kleinen herumhackt. Dazu ein Tipp: Am Anfang verwende ich Knippel. Die zerlegen Segel und Takelage des Gegners. Wenn der dann schön ausgebremst ist, wechselt man auf Kanonenkugel oder Bomben. Bei letzteren sicherstellen, dass ihr nicht in die Reichweite der Geschütze kommt. Kanonenkugeln haben eine deutlich höhere Reichweite, in der Beziehung ist die KI allerdings dumm wie Suppe. Wenn es gut gelaufen ist, kriecht der Gegner also nur noch und ihr könnt schön zickzack segeln und ihm eine Breitseite nach der anderen verpassen, ohne dass er euch jemals zu nahe kommen kann. Das hilft auch beim Entern. Dazu muss man recht nahe an das andere Schiff heransegeln und ist dadurch natürlich dem Geschützfeuer ausgesetzt. Das muss also schnell gehen. Am besten ist, den Gegner lahm zu schießen, ihn dazu zu bringen gegen den Wind zu segeln, dann 180 Grad Kehre und mit vollen Segeln auf ihn zu. Wenn ihr nahe genug heran seid, Segel reffen und Attacke. Auf die Nahdistanz empfiehlt sich der Einsatz von Schrot (grape shots). Die richten Verwüstung unter der Mannschaft an, ohne das Schiff groß zu beschädigen. Wichtiger Hinweis, um das Schiff zu kapern (statt zu versenken), braucht ihr einen Offizier. Diese findet ihr in Kneipen und sind super praktisch. Die ergänzen nämlich auch die eigenen Skills. Ein guter Kanonier zum Beispiel hilft im Seegefecht. Vor dem Entern sollte ihr die allerdings deaktivieren. Im Enterkampf sind die nutzlos wie ein Kropf und haben die Angewohnheit, fast ansatzlos tot umzufallen. Da die schwer zu finden sind, kurz vor dem Entern immer schön auf F2 und im „Passanger“ Menü deaktivieren. Speichern geht während der Schlacht allerdings nicht. Sonst wäre es wohl auch zu einfach und ein guter Teil des Kicks wäre flöten. Entermanöver sind nämlich hochgradig gefährlich. Da hatte ich ja schon angedeutet. Neben Fechten braucht ihr dafür einen guten „Leadership“-Wert.
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