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Anonym im Internet – Teil 2: Plätzchen, neugierige Webseiten und der rechte Ort
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Im zweiten Teil unserer Serie Anonym surfen widmen wir uns den Sammlern und Jägern. Google beschränkt sich bei seiner Datensammelwut nicht nur auf sein Kerngeschäft. Während Google-Chef Eric Schmidt immer wieder postulierte "Wir tun nichts böses", ging man kräftig wildern und zwar auf den unterschiedlichsten Spielwiesen.

GoogleMail, GoogleMaps, GoolDocs, GoogelCheckout, Froogle, Buzz, Picasa, YouTube, … lauter kostenlose Anwendungen, die Mitbewerber  in allen möglichen Marktsegmenten ärgern und schwächen sollen. Ganz nebenbei werden - und es ist zumindest nicht auszuschließen, dass dies das Hauptanliegen ist - Nutzer immer gläserner. Google nistet sich an allen Ecken der virtuellen Welt ein. Ein Schelm wer böses dabei denkt? Heutzutage kann man, mit den vom Suchmaschinengiganten bereit gestellten Anwendungen, fast alle Aufgaben des täglichen Computerlebens bewältigen und dank Android auch unterwegs.

Darum soll es in diesem Artikel aber gar nicht gehen.


Solange Nutzer willen- und wissentlich Google Anwendungen nutzen, geben sie im Tausch für kostenlose Anwendungen ein bißchen Privatsphäre auf. Leider hört es da nicht auf. Über die Jahre hat Google eben nicht nur bei der Suche eine dominante Stellung erobert und viele hübsche Anwendungen verschenkt, Google hat sich auch durch die Hintertür eingeschlichen. Die ultimative Datenkrake versteckt sich für den Nutzer fast unsichtbar in den Tiefen des Quellcodes von Webseiten: GoogleAnalytics.


Google Analytics ist ein kostenloses Webmaster Tool, welches Seitenaufrufe analysiert und protokolliert. Für Webmaster ist eine solche Aufschlüsselung essentiell, aber natürlich nicht nur für ihn. Für zielgruppenspezifische Werbung kann man bekanntlich niemals genug wissen und daher ist dieser Tracker ein gewaltiges Geschäft.

Tatsächlich gab es Tracker eigentlich schon, seit es kommerzielles Internet gibt, dank seiner Größe und Marktmacht hat Google scheinbar aber alle Wettbewerber auf dem Markt verdrängt. Fast jede Webseite (inklusive dieser hier), die man als Nutzer heutzutage ansteuert, hat ein kleines Skript eingebunden, das mit Google telefoniert. Man muss also noch nicht einmal die Googlesuche verwenden, um erfasst zu werden. Google entkommt keiner!


Auch wer keinen Account bei Google hat und fleißig auf andere Suchmaschinen ausweicht, wird fast ständig analysiert und kategorisiert. Google weiß, welche Webseiten ihr aufruft, wie es euch geht, wer eure Freunde sind, im Idealfall sogar, wo ihr seid und wohin ihr wollt. DNS lookup und GPS machen es möglich. Das ist schon etwas angsteinflößend.

Bin ich dem hilflos ausgeliefert? Die Antwort ist ja und nein.

Über Scroogle haben wir uns beim letzten Mal schon unterhalten, ein weiterer Spieler mit ähnlichem Anliegen (Google das spionieren zu verderben) ist GoogleSharing.

Auch bei diesem Anbieter geht man über einen Proxy. Wie der Name schon nahelegt, ist der Adressat des Störfeuers sehr spezifisch. Es geht darum, Google daran zu hindern, Informationen über euch sammeln und sie zuzuordnen. Die Kommunikation zu verhindern ist dabei gar nicht das Anliegen. GoogleSharing vermischt eure Daten mit denen anderer Nutzer. Am Ende bekommt Google also jede Menge nutzlosen Datenmüll.

Das Ganze reduziert sich nicht nur auf die Google Suche, sondern es unterbindet jedwede Kommunikation. Google kann also weder eure Suchanfragen – seien dies nun Seiten, Bilder oder Karten – noch IP Adressen, http Header, User Agents oder Cookies auslesen. Dabei hat es keinerlei Auswirkungen darauf, wie der Nutzer surft.

Die Information wird statt direkt zu Google über einen https erst zum Proxy geschickt, lustig mit anderen Nutzern vermischt und schließlich an Google geschickt. Und es wird auch nur der Google Datenverkehr über den Proxy geleitet. Cookies werden von vornherein ausgefiltert, man treibt also nicht den Teufel mit dem Beelzebub aus.

Das Ganze funktioniert natürlich nur bei Diensten, wo ihr euch nicht einloggt. Google Mail bleibt ein offenes Buch. Alles in allem ist GoogleSharing ziemlich genial. Leider funktioniert es nur mit Firefox.

Das Firefox Add-on gibt es hier:
https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/60333/

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By PLAVEB