Nachricht
  • EU e-Privacy Directive

    This website uses cookies to manage authentication, navigation, and other functions. By using our website, you agree that we can place these types of cookies on your device.

    View e-Privacy Directive Documents

1. Mai mal anders
Benutzerbewertung: / 8
SchwachPerfekt 

Das Gute ist, man lernt ja auch nie aus. Ich zum Beispiel dachte, dass der erste Mai der Kampftag der Arbeiterklasse ist, wo man unschuldig flanieren geht und dabei von Bereitschaftstruppen der Polizei in schwerer Uniform beschützt oder angepöbelt wird; je nachdem. Was es ist scheint übrigens davon abzuhängen, wie beschäftigt die sind und ob sie ihren Spieltrieb für den Tag schon ausgelebt haben.

Von jenseits des großen Teichs wurde ich nun belehrt, dass der erste Mai noch eine ganz andere Konnotation hat. In den Vereinigten Staaten, dem Landschnipsel zwischen Kanada und Mexiko, gibt es demnach ein altes Sprichwort, das da lautet: "Hooray, Hooray, the first of May! Outdoor fucking starts today!". Ab heute wird also draußen gepoppt.

Dem kann ich ja auch was abgewinnen muss ich sagen.


Anscheinend hat der heimliche Superstar der Nerds – Jonathan Coulton
dieser feinen amerikanischen Tradition sogar einen Song gewidmet. Den findet ihr ganz legal zum Anhören und Räubern übrigens hier: Jonathan Coulton - The JoCo Primer - Listening Suggestions.

Zu Jonathan Coulton will ich übrigens noch ein paar Worte verlieren. Den muss man vielleicht nicht kennen, aber er ist zugegebener Maßen eine recht exotische Figur, mit einem ausgesprochen intressantem Geschäftskonzept. Seine Zielgruppe scheinen in der Tat sogenannte Nerds zu sein. Das
sind picklige Computerfreaks, die im wahren Leben zu scheu sind, sich ein Brötchen beim Bäcker zu kaufen. Das mag etwas überspitzt sein, aber so ungefähr stellen sich die meisten Leute den gemeinen Nerd vor.

Zu richtiger Hochform laufen die also nur vor dem Computer auf, wenn Sie in Foren andere Leute vollpöbeln oder natürlich bei Game- und Startrek Conventions.


Das Konzept von Coulton ist, dass er jede Woche einen Song schreibt und den zum Download anbietet.
Seiner Berechnung nach, reicht eine Fanbasis von 1000 Leuten, um davon zu leben. Dabei hat er auch nichts dagegen, wenn Leute seine Musik räubern. Meistens singt er über nerdige Sachen, Normalsterbliche werden das also nur bedingt unterhaltsam finden.

Eines seiner bekanntesten Stücke ist Code Monkey, ein Programmieraffe also. Code Monkey übersetzt sich nicht wirklich gut ins Deutsche. Ich stecke da auch nicht gut genug in der Szene, um das deutsche Äquivalent zu kennen.

Elektriker im Maschinenbau zum Beispiel nennt man 3-Phasen Kasper, ne Putze Fußbodenkosmetiker, lustig fand ich auch die Bezeichnung für Melker: Kuhbusenmasseuse. Der Beruf ist mittlerweile wahrscheinlich aber ausgestorben. Vielleicht kann mir ja mal jemand schreiben, unter welcher Bezeichnung Programmierer bei Nicht-Nerds laufen.


Die Idee von Coulton finde ich jedenfalls gut. Mittlerweile geht er sogar auf Tour. Dem Hörensagen nach kamen zu einem Konzert in Schottland ganze Hundertschaften von Leuten ohne soziale Kompetenz und hatten sich in weiße Kittel geworfen. Was lernen wir daraus? Auch in Schottland gibt es Nerds. Vielleicht sollte ich das auch mal probieren. Ich müsste nur noch eine Zielgruppe finden. Leute ohne Musikgeschmack vielleicht …


Egal, es ging um den ersten Mai und ich wollte euch eigentlich nur erzählen, wie man den internationalen Kampftag der Arbeiterklasse in Übersee begeht. Da kann ich euch nur noch wärmstens empfehlen, die Unterwäsche ausnahmsweise wegzulassen und euch in die freie Natur zu begeben. Dazu kommt ja, dass das Mairitual in Berlin eh nicht mehr das ist was es mal war.






Comments

Name *
Email (For verification & Replies)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Submit Comment
 

By PLAVEB