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Anreise nach Guatemala
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Das Flugzeug gilt gemeinhin ja als das sicherste Fortbewegungsmittel. Das mag statistisch gesehen richtig sein, trotzdem kann ich der Fliegerei nicht viel abgewinnen. Sagen wir mal so; wenn der Schöpfer gewollt hätte, das wir fliegen, hätte er uns Flossen gegeben, genau wie den Fliegenfischen.

Es fällt mir einfach schwer zu glauben, dass ein tonnenschwerer Koloss ohne Federn aber mit jeder Menge Blech sich in die Luft erhebt und da auch bleibt. Es hört sich einfach nicht richtig an. Wie unheimlich sicher die Fliegerei ist, bekam ich auf dem Flughafen in Dublin dann auch gleich live und in Farbe auf das metaphorische Brot geschmiert.


Guatemala City - Parque Central

In den Nachrichten berichteten sie live aus New York, wo gerade ein vollbesetzter Airbus aus dem Hudson gefischt wurde. Dem Vernehmen nach war das Flugzeug in einen Vogelschwarm geraten und abgeschmiert. Zwar schaffte es der Pilot glücklicherweise noch notzulanden - und sei es im Hudson River - sein blödes Gesicht hätte ich trotzdem gern gesehen. Da fliegt er durch die Lüfte und von allen Kreaturen die Gott einst schuf, trifft er ausgerechnet auf ein fliegendes Federvieh. Da fühlte ich mich doch gleich besser. Wenn eine tonnenschwere Sardinenbüchse gegen einen Vogel knallt, gewinnt also keiner. (Ich gehe einfach mal davon aus, dass der Vogel den Zusammenstoß auch nicht unverletzt überstanden hat.)

Da war meine Skepsis, was das Fliegen angeht. also völlig unbegründet. Ich meine wie oft trifft man da oben in den Lüften schon Vögel? Oh man. Zum Glück überwintern die meisten dieser Schnabeltiere ja in Afrika. Mit etwas Glück sollten wir auf unserem Weg über Is-, Grön- und Neufundland also freie Bahn haben.


Der erste Stopp war in Chicago geplant und dort hatte es sportliche -26 Grad. Da freute ich mich sehr. Unser Flieger hatte nämlich Verspätung und das hieß, dass ich meinen Anschlussflug nach Miami auf gar keinen Fall bekommen würde. American Airlines versicherte mir, dass sie mich auf einen späteren Flieger umbuchen würden, aber denen traue ich nicht weiter als ich die Stewardess schmeißen kann.

Immerhin, der Flieger war halb leer, es war also nicht so unbequem wie befürchtet. Da American Airlines hauptsächlich Amerikaner transportiert, die wie wir alle wissen von eher zierlicher Gestalt sind, stehen die Sitze in deren Flugzeugen besonders dicht zusammen. In so einer Maschine hätte ein Gartenzwerg Probleme mit der Beinfreiheit.

Der Flug war am Ende aber halb so schlimm wie erwartet. Ich hatte mir - meinem Bildungsauftrag entsprechend - ein Buch eingesteckt, dass sich der Geschichte der Elfen widmete und ihrem Krieg mit den Trollen. Sehr lehrreich; mir was bisher immer unklar gewesen, an welcher Stelle in der langjährigen Fehde zwischen Elfen und Trollen die Diplomatie versagte. Wäre das also auch geklärt und man will die vielen Stunden auf so einem Flug ja auch nicht verplempern.

Ich hatte vorher geschätzt, dass die 900 Seiten bis Guatemala reichen würden. Historische Enzyklika, besonders wenn sie sich hauptsächlich auf außenpolitische Akten gründen, reißt man meist ja nicht so runter. Meine Schätzung war bemerkenswert akkurat. Ich schloss das Buch ungefähr 20 Minuten vor der Landung in Guatemala. Ich gebe aber zu, dass  ich Danksagung und Quellennachweis nicht bis ins letzte Detail studiert habe.


Guatemala City - Parque Central

Da ich in Miami mir drei Stunden Verspätung ankam, hatte sich die Frage, wo ich denn übernachte, erledigt. Ursprünglich hatte ich zumindest mit dem Gedanken gespielt, nach Miami Beach zu fahren und mich dort zu betten. Da es mittlerweile dunkel war, machte das keinen Sinn. Ich sah mich also nach einer billigen Absteige in Flughafennähe um. Das lief auch ganz gut. Sie war nicht unbedingt billig, als Absteige ging sie aber jederzeit durch.

Die Gegend war auch wirklich anheimelnd. Sie gab einem das sichere Gefühl, auf jeden Fall überfallen zu werden. Trotz aller meiner Erfahrung als Reisender konnte ich jedoch nicht mit Bestimmtheit vorhersagen, ob bewaffnete Raubüberfälle in dieser Ecke zwingend solche mit Todesfolge waren. Ich bin halt auch etwas eingerostet.

Nach der langen Reise plagten mich ein leichter Hunger und auch ein gewisser Durst. Ich musste also raus. Kein Problem; ich habe seinerzeit an der Uni mal ein Semester Gangsta belegt und so war ich wohl gerüstet. Mit hoch gezogenen Schultern und leicht wiegendem Gang - keinen Hüftschwung, der funktioniert nur in der Bronx - schlurfte ich in Richtung des schottischen Restaurant, das ich zuvor erspäht hatte. Die Maskerade funktionierte. Mehr als ein paar schräge Blicke zog ich nicht auf mich.

Der Manager des Restaurants wirkte sehr kompetent. Meine übliche Frage in solchen Fällen war, zu welchem der Clans die McDonalds denn nun gehören. DAs ist tatsächlich eine Frage, die mich seit Jahren umtreibt. Selbst im schottischen Mutterland schien man sich der Familiengeschichte nicht vollends sicher zu sein. Ich habe jedenfalls nie eine zufrieden stellende Antwort erhalten. Immerhin bewirtete man mich. Zufrieden zog ich mich in meine Gemächer zurück.


Der nächste Morgen bot keine Überraschungen. Selbst im Lichte des neuen Tages wirkte die Gegend nicht sehr vertraueneinflößend. Ich begab mich auf direktem Weg zum Flughafen und auch dort gab es keine Überraschungen. Der Schalter von American Airlines war hoffnungslos überfüllt. Da ich Zeit hatte, war es mir egal. Der Flug war ereignislos bis auf eine kurze Schrecksekunde direkt vor der Landung. Die Einreiseformalitäten waren schnell erledigt, da war ich also.

Der beste Weg in die Stadt war ein Taxi und 10 Dollar ist sicher auch nicht übertrieben. Nach der anstrengenden Reise hatte ich mich für eine eher mondäne Unterkunft entschieden und das war gut so.

Das Hotel Spring war fabulös; ganz im Gegensatz zu Guatemala City übrigens. Ein solches Dreckloch habe ich lange nicht gesehen. Nach Einbruch der Dunkelheit gingen da nicht einmal die Einheimischen auf die Straße. Ich hatte eh nicht vor zu bleiben und immerhin war der Portier sehr angenehm.

Wir gingen auf Kaffee und einen Schwatz um die Ecke. Er gab mir auch noch ein paar Tipps für die weitere Reise. Schon der Taxifahrer war ausgesprochen freundlich gewesen - Jose Maria - auch wenn ich eigentlich kein Wort von dem verstand, was er sagte. Mein erster Eindruck war hervorragend. Ich hatte keinerlei Sorge, dass es mir in Guatemala gefallen würde. Na dann los.

 

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By PLAVEB

Urlaubskasse


Damit ich weiter fein Berichte schreiben kann, muss ich natürlich erstmal verreisen.

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