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In den Verapaces
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Wie es sich in einer neuen Stadt gehört, erkundete ich zunächst das Nachtleben. Vor der Kür kam die Pflicht und die hieß HUNGER! Das Restaurant im Dona Victoria war geschlossen, ich musste mich also umtun.

Es stellte sich schnell heraus, dass mein erster Eindruck von Coban richtig gewesen war. Auf Touristen gab man hier nichts. Ein sicheres Indiz dafür war die Tatsache, dass obwohl ich mich im City Center befand, gescheite Restaurants absolute Mangelware waren. Was will man machen? Da ich nichts Anderes fand, aß ich schließlich einen Hamburger in einer Art Imbissbude. Auf den ersten Blick sah die sogar gut aus, hübsche Terrasse, halbwegs sauber, schöne Aussicht; nur das Menü war etwas ernüchternd: Bier und Burger. Es hätte schlimmer kommen können.

Gegen 21 Uhr war ich verabredet mit jemandem, den ich im Bus getroffen hatte. Das klappte soweit auch ganz gut, außer dass der Dauernieselregen uns beide etwas nervte. Wir fanden eine ganz bezaubernde Bar, in der wir nicht nur die einzigen Touris waren, sondern uns richtig wohl fühlten. Ich mochte Coban.

 

 Hostal Doña Victoria

Bei meiner Rückkehr ins Hostel bekam ich dann endlich auch mit, was der Rezeptionssklave mit seiner Fiesta wollte; eine Hochzeitsgesellschaft hatte sich eingemietet und ließ es ordentlich krachen. Und er hatte Angst das würde mich stören? Wenn ich das vorher gewusst hätte, eingeschlichen hätte ich mich. Vielleicht wäre der Bräutgam noch zu retten gewesen. Hochzeits-Crasher war ein lang gehegter Karrierewunsch. Ich hätte es auch durchgezogen, wenn die nicht diese doofen Film gedreht hätten. Mittlerweile hat jede anständige Hochzeitsgesellschaft einen Türsteher. Dieses unfähige Weißhemd von der Rezeption und seine Fiesta; la boda heißt das in Spanisch!

Bei meiner Rückkehr lagen die meisten Gästen – und somit die Party – in den letzten Zügen. Da war kaum noch was zu holen. Ich zog mich also in meine Gemächer zurück, die – ich möchte das noch einmal herausstreichen – fürstlich waren. Schwere Holzfußböden, Fachwerk, ein geräuiges Doppelbett ebenfalls aus dicken Holzplanken, es war einfach toll.

Der Innenhof war ein typischer Lichthof, offen mit jeder Menge Sonne (theoretisch) und mit einer umlaufenden Galerie im ersten Stock. Das Ambiente war schon etwas Besonderes. Knapp 25 Euro mag für Guatemala teuer sein, aber für das Geld habe ich schon erheblich schlimmer gewohnt.


Für den nächsten Tag hatte ich eigentlich geplant, etwas Sightseeing einzulegen, änderte meine Meinung dann aber doch recht schnell. Am Morgen nieselte es immer noch und in Anbetracht meiner begrenzten Zeit, beschloss ich, meinen Besuch in Coban etwas abzukürzen.

In der Theorie gibt es in der Hauptstadt der Verapaces eine ganze Menge zu sehen, soweit ich das beurteilen konnte aber nichts, was zu verpassen, mich um mein üppiges Haupthaar bringen würde.

Hauptattraktionen von Coban sind die Kathedrale, das Museum des Maya-Prince, die lokale Mühle und das Museum von San Jerónimo. Schon erwähnt hatte ich die Kaffeeplantage, von der Starbucks seinen Kaffee bezieht.

Die Kathedrale fand ich zum Beispiel nicht besonders fotogen und konsequenter Weise fotografierte ich sie auch nicht. Ich will aber gern weitergeben, was ich dazu gelesen habe.

Laut meinem schlauen Buch handelt es sich um die Kirche des Kalvarienberg (El Calvario) und nein, ich habe keine Ahnung, was das für ein Wort sein soll. Ich kann allerdings bestätigen, dass sie auf dem Berg liegt. Ich musste da nämlich mit Rucksack rauf von wegen der Weiterreise und litt sofort wieder unter Laguna Chicabal Fantasien. Ich glaube auch, dass die Aussicht vom Kirchturm sehr spektakulös ist, habe mir die knapp unter einemillionsiebenhunderneuenundfüfzigtausendzillionen Stufen allerdings gespart, da man bei dem Wetter eh keine 100 Meter gucken konnte.

Immerhin lernte ich noch, dass die Kathedrale von einem ganz besonders liberalen Seitenarm der katholischen Kirche geschätzt wird – die Katholiken sind  für ihre Liberalität in Religionsfragen ja allgemein bekannt – und zwar mischen die lokalen Kirchgänger munter katholische und Maya Themen. Wenn mich so etwas interessieren würde, hätte ich es sicher faszinierend gefunden. Ein weiteres Detail zu der Kirche; die Nordwestfassade ist noch im Originalzustand von vor 400 Jahren. Auch das habe ich nicht selber herausgefunden sondern gelesen. So dolle fand ich die Kirche nicht.



Der Hauptgrund, nach Coban zu fahren ist natürlich die Umgebung. Es gibt jede Menge Gegend, wenn ich das mal so sagen darf. Coban liegt mitten in den Verapaces und ist somit ein guter Ausgangspunkt, um die Schönheit der Region zu erkunden. Da ich den Kanal voll hatte von der anderen lokalen Attraktion – Nieselregen – beschloss ich weiter zu ziehen. Mein wie immer hochwachsames Adlerauge hatte nämlich ein kleines Dörfchen unweit meines Etappenzieles Semuc Champey erspäht, in dem es ein ganz fabulöses Hostel geben soll.


Ich organisierte mir also einen Weitertransport nach Lanquin.

 


... weiter zu Teil 16

 

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By PLAVEB

Urlaubskasse


Damit ich weiter fein Berichte schreiben kann, muss ich natürlich erstmal verreisen.

Schick mir doch einfach einen "Tucan of your appreciation" wie wir englisch sprechenden Kalaueristen so sagen würden. Ist fast so gut, wie ApPINTment an der Bar zu haben.

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