Auf dem Sprung



Man könnte sich fragen, warum jemand in meinem Alter sich dem Stress unterzieht. Dauernd nur herumziehen, immer auf dem Sprung, alles nur wegen billigem Sex? Selbstverständlich nicht, es ist Forscherdrang, reiner Forscherdrang. Wwww...Frauen sind eines der interessantesten Studienobjekte überhaupt. Wer könnte da widerstehen? So vieles gilt es noch zu entdecken. Tief in mir bin ich halt beseelt von wissenschaftliche Neugier. Meine Motive sind dabei so lauter, wie meine Methoden. Logisch. Ich glaube es ist an der Zeit, dass Evil Kristos sich wieder an die Lösung so weltbewegender Fragen macht wie, ob die deutsche Wiedervereinigung nicht lieber auf dem Scheißhaus hätte verhandelt werden sollen. Wer weiß, vielleicht rette ich sogar die rot - grüne Bundesregierung. Ich habe schließlich nicht behauptet, dass ich ausziehe, um Gutes zu tun.

Für die mit den Forschungsergebnissen des letzten Jahres nicht vertrauten Leser hier eine kurze Zusammenfassung. Während meines letzten Aufenthaltes auf Planet P. testete ich eine - wie mir schien - plausible Theorie. Das Ergebnis war durchaus befriedigend. Als Forscher von Welt versuche, versuche ich nun, sie zu beweisen. Ich habe mich für die indirekte Methode entschieden, da sie mir vielversprechend zu sein scheint. Ich plane die - meiner These inhaltlich geradezu diametral gegenüberliegende und natürlich völlig absurde - Behauptung eines Forscherkollegen zu falsifizieren versuchen, was zu dem logischen Schluss führen würde, dass ich und nur ich Recht habe. Das hört sich doch hochwissenschaftlich an oder?

Der bekannte deutsche Frauenexperte - ich meine es war Ingo Appelt, bin mir aber nicht mehr hundertprozentig sicher - hat bei einer oder mehreren Gelegenheiten postuliert: Wer ficken will, muss freundlich sein. Das hat er zwar schön und einprägsam formuliert, es macht auf den ersten Blick vielleicht sogar Sinn, trotzdem liegt er meines Erachtens meilenweit daneben, Lichtjahre geradezu. Andersherum wird ein Schuh draus. Ich will hier keinen auf Frauenversteher machen, aber wenn die auf Nette stehen, fress ich 'nen Thresen.

Da theoretisieren in diesem Zusammenhang kaum Sinn macht, versuche ich es mit Empirie. Wir werden ja sehen, wessen Expertise der rauen Wirklichkeit Stand hält. Ich halte euch auf dem Laufenden. Anders als in dem schon jetzt legendären Machwerk "Die Weisheit des Chang", in dem es nur so wimmelt von philosophischen Erörterungen in ihrem reinsten und unverdorbensten Sinne, soll es diesmal fast ausschließlich um die sogenannten Genderstudies gehen. Let's talk about Sex. Auf nach Plakias also!


Dublin, 27. Mai 2005

Reise nach Irland

 

 


Zu nett



Pläne sind dazu da, verworfen zu werden und vor allem dann, wenn sie nicht besonders gut laufen. So geht es mir gerade. Nachdem ich mich lange einer falschen und selbstgefälligen Illusion hingab, muss nun endlich Schluss sein damit. Irland ist offensichtlich nicht gut für mich und ich brauche mal wieder eine kleine Luftveränderung.

Damit, dass ich meinen Job hasse, kann ich einigermaßen leben. Schließlich bin ich ausgesprochen arbeitsscheu und es ist wohl nur eine normale Abwehrreaktion des Körpers, dass ich Pickel kriege, wenn ich auch nur daran denke, arbeiten zu müssen - gruselig, ich weiß - nein das allein ist es nicht. Ich bin unzufrieden mit mir selbst und das treibt mich weg.

Seien wir doch mal ehrlich: Wenn man sich Evil Kristos nennt, dann sollte man nicht zu nett sein. Anscheinend bin ich das aber. Böse sein bringt nichts, wenn einen keiner Ernst nimmt. Die Leute scheinen zu denken, ich spiele das nur. Kein Wunder dass die Dinge aus dem Ruder laufen. Wenn die Leute gedacht hätten, dass Darth Vader eigentlich ein ganz netter Kerl ist, zum Helden von Star Wars geworden er wäre nicht. Nur fashionable zu sein reicht in der Welt von heute und morgen nicht. Man muss ein Mindestmaß an Bosheit ausstrahlen, um in diesen trüben Tagen noch ernst genommen zu werden.

Hat man seinen Ruf erstmal weg, lebt es sich sprichwörtlich und einigermaßen ungeniert, doch man muss ihn sich erarbeiten. Nehmen wir mal Osama Bin Laden: Obwohl sein Name etwas an den immer freundlichen Obi Wan erinnert und er eigentlich auch immer nett lächelt, haben alle Respekt und Angst vor ihm. Er gilt als Evil Osama und daran ändern auch kleine Unstimmigkeiten im Gesamtauftritt nichts. Ganz ehrlich, in seiner Kutte könnte man keinen Zweijährigen erschrecken.

Dabbelju dagegen, der sich stets martialisch gibt und einen Krieg nach dem anderen anzettelt, halten alle für eine Dumpfbacke; charmant aber nicht besonders helle. Von Respekt kann keine Rede sein und je bösartiger er sich gibt, desto lautere Lacher respektive erschütterte Kopfschüttler er erntet.

Es treibt mich also an einen Ort, wo ich meine Reputation schon weghabe und nicht mehr so hart daran arbeiten muss. Da fällt mir spontan Plakias ein. Die Story ist bekannt; nun ja zumindest allen, die schon auf Planet P. gelandet sind und der Rest wird sich ergeben.

Dublin, 25. Mai 2005

Linktip:
Planet P.

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