Der irakische Informationsminister Muhammed Saeed al-Sahaf wurde im Verlaufe der amerikanischen Intervention in den Irak vom Helden zur Kultfigur. Respektlose Spötter haben ihm den Namen Comical Ali verpasst, dabei hat der Mann nur die Wahrheit gesagt - naja meistens zumindest.

In seinen Fernsehansprachen lehrte er die feigen imperialistischen Aggressoren das Fürchten, seinen treuen Anhängern machte er Mut und Hoffnung. Er ist die eigentliche Stimme, das wahre Gesicht des modernen Iraks. Viel Unwahrheit wurde hinterher über ihn verbreitet. Hier findest Du die Wahrheit. Alle Zitate sind zweisprachig belegt. Du kannst Dir also Dein eigenes Bild machen über den Mann, von dem George Dabbelju Bush (der Kleine) sagte:

"Er ist mein Typ, er war großartig. Jemand hat uns beschuldigt, wir hätten ihn engagiert und da hin gestellt. Er war ein Klassiker." Wahrscheinlich weiß der ungläubige Schurke noch nicht einmal worüber er redet. Wären heute freie Wahlen zum Weltpräsidenten würde der amerikanische Wahlbetrüger jedenfalls hinter al-Sahaf landen!


Am 20. März 2003 fielen amerikanische und britische Truppen im Irak ein. Vorausgegangen war der Invasion ein monatelanges diplomatische Geplänkel, in dem George Dabbelju Bush Junior und sein weißer Ritter Tony Blair die internationale Staatengemeinschaft mittels gefälschter Beweise davon überzeugen wollten, dass vom Irak eine Gefahr für die Welt ausgeht. Wie wir jetzt wissen und eigentlich die ganze Zeit ahnten, war das schlicht und ergreifend gelogen. Es konnte auch nach der Besetzung des Landes weder die Mär von den Massenvernichtungswaffen, noch die angeblichen Verbindungen zu Al Quaida und anderen terroristischen Vereinigungen bewiesen werden. Dafür haben die beiden Regierungschefs der ganzen Welt demonstriert, was sie von der UNO, der Achtung der Menschenrechte und den elementaren Umgangsformen zwischen Nationen halten. Sie haben den Irak ohne UN-Mandat und ohne einen einzigen Beweis gezwungen, erst abzurüsten nur um das Land hinterher doch zu attackieren. Was für ein tolles Beispiel sie damit gesetzt haben.

Ausgerechnet das Land, das riesige Bestände an Massenvernichtungswaffen hortet, entgegen allen internationalen Konventionen biologische und chemische Waffen besitzt und weiterentwickelt, diese Waffen in der Vergangenheit auch eingesetzt hat, fordert von einem kleinen Wüstenstaat (der ganz zufällig auf den zweitgrößten Erdölvorkommen der Welt sitzt) etwas abzurüsten, was dieser offenbar gar nicht mehr besitzt. Statt dem Irak nachzuweisen, dass er diese Waffen besitzt, sollte dieser das Gegenteil beweisen. Gilt die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils nur für amerikanische Kriminelle?

Nicht dass irgendjemand Saddam Hussein hinterhertrauern würde, doch wenn der Einsatz von Präventivschlägen aufgrund windiger Pseudobeweise die neue Regel  internationale Diplomatie wird, darf man mit einigem Grund schwarz sehen. In Anbetracht der Tatsache, dass außerdem die UNO in einer Art und Weise beschädigt wurde, dass sie als konsolidierende Kraft nicht mehr ernstzunehmen ist (Solange Amerika freimütig sagen kann: wenn nicht mit dann eben ohne sie ist die Institution als solches überflüssig geworden.), muss man sich große Sorgen um die Zukunft machen.

Schließlich gibt es Länder, die tatsächlich über Massenvernichtungswaffen verfügen und vielleicht nicht zögern werden, sie einzusetzen. Gerade nachdem Amerika festgelegt hat, dass man sich präventiv und mit aller Gewalt verteidigen darf, noch nicht einmal den Einsatz von Nuklearwaffen ausschließt und  als sei das noch nicht genug, eine Art Mini-Nuke entwickelt, weil da die Hemmschwelle nicht so hoch sei, könnte zum Beispiel Pjöng Jang auf die Idee kommen, sich von Südkorea bedroht zu fühlen. Als nächstes löscht vielleicht China Taiwan aus oder Pakistan und Indien klären ein für allemal die Kaschmirfrage. Schöne Aussichten sind das. Und wem verdanken wir das? Dem großen weißen Schwachkopf, der denkt, dass er im Auftrag des Herrn unterwegs ist.

Auch wenn die Irakis den imperialistischen Aggressoren zunächst nichts entgegenzusetzen hatten (ob das so bleibt muss sich ohnehin erst erweisen), hat der irakische Informationsminister Muhammed Saeed al-Sahaf  den schurkischen Söldnerheeren des Westens, den apokalyptischen Reitern abendländischer Dekadenz zumindest verbale Siege abgerungen, der riesigen PR-Maschine des Pentagon gezeigt, wo der Frosch die Locken hat. Durch seine unkonventionelle Art, der militärischen und medialen Übermacht der Langnasen zu trotzen, hat Muhammed sich weltweit Sympathien verdient. Weiter so Bruder, möge der Prophet deine Worte erleuchten.

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